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Heidkopf, Sauerland

02.-04.02.2018  |  Zwei Nächte ohne Zelt…

Ein Jahr später. Mit Sascha, Marc und Ralf. Fast der gleiche Spot – diesmal aber etwas mehr Equipment.

Zwei Stunden Fahrt durchs verschneite Sauerland: Bruchhausen. Wir stapfen zum Heidkopf hoch und kommen an meinem letztjährigen Lager vorbei, dort liegt viel totes Holz, einige umgefallene Bäume. Die Paracord-Reste, das Einzige was ich damals zurück ließ, kann ich nicht entdecken. Vielleicht hat ein Förster das Ganze wutentbrannt niedergerissen? An dieser Stelle: Entschuldigung. Wir haben dort nicht genug Platz und suchen weiter. Schließlich entscheiden wir uns für einen freistehenden Fels, der uns schützt. Wie sich später herausstellt – nachdem der Wind gedreht hat – von der falschen Seite. Wir verspannen eine große Plane als Dach, eine kleinere dient als Boden. Ansonsten nur Isomatten und Schlafsäcke. Meiner war definitiv zu kalt.

Wir machen ein Feuer, das eigentlich den ganzen Tag über brennt. Saschas Dreibein und der große Suppentopf vereinfachen das Kochen ungemein. Das ist natürlich nichts für eine Wanderung, aber da wir unter wirklich kalten Bedingungen zwei Tage an der gleichen Stelle übernachten wollen, kommt uns ein wenig Luxus sehr gelegen. Es gibt zwei riesige Steaks. Nur das Fleisch. Ohne die Erfahrung durch irgendetwas zusätzliches zu verwässern. Da wir eigentlich jagen wollten, das aber verboten ist und wir alle eigentlich wenig oder kein Fleisch essen, genießen wir dieses Festmahl und freuen uns darüber, keine moralischen Grenzen übertreten zu müssen.

Die erste Nacht ist für alle relativ erträglich gewesen, nur Ralf bekommt an seiner Seite unter dem offenen Tarp eine Menge Schnee ab. Wir verwenden viel Zeit darauf, genügend Holz für das Feuer zu sammeln. Es bricht laut knackend mit relativ wenig Krafteinsatz. Wir benutzen keine Beile oder Äxte. Das Feuer ist schwer in Gang zu halten und raucht sehr stark. Zu Hause müssen wir alle unsere Sachen mindestens zweimal waschen, mit Essig oder Zitronen – jeder andere Techniken.

Es gibt Kälibo: Ein Rest rote Linsen, die wir schon vorher mit Ralfs Gemüse verarbeitet hatten. Chili-Bohnen aus der Dose und einen großen Block Käse. Das alles verkocht ziemlich lange miteinander – fertig. Sehr lecker. Erstaunlicherweise. Wir essen viel um die Kälte besser aushalten zu können. Marc verlässt uns am Nachmittag, da er früher nach Köln zurück will. Wir besuchen die Bruchhauser Steine, können unser Lager am gegenüberliegenden Heidkopf sehen und steigen am Feldstein, dem höchsten der vier großen Felsen, über einen kleinen „Kamin“ ab. Nicht hoch, nicht wirklich schwierig aber ungesichert und in vereistem Zustand spannender als über den mit Ketten dekorierten „Normalweg“.

Die zweite Nacht wird kälter und am Morgen hauen wir zügig ab. Unser Lager wird nach weiteren Schneefällen nicht mehr zu sehen sein. Wir haben nichts zurückgelassen. Nein – auch dieses Mal bleibt etwas zurück, allerdings unabsichtlich: ein Teil des Dreibeins.

Heidkopf Experience | Winter Bivouac | -6°CHeidkopf Experience 2018 – Biwak mit wenig Ausrüstung Heidkopf Experience 2018 – Biwak mit wenig Ausrüstung Heidkopf Experience 2018 – Biwak mit wenig Ausrüstung Heidkopf Experience 2018 – Biwak mit wenig Ausrüstung Heidkopf Experience | Winter Bivouac | -6°CHeidkopf Experience | Winter Bivouac | -6°CHeidkopf Experience | Winter Bivouac | -6°CHeidkopf Experience 2018 – Biwak mit wenig Ausrüstung Heidkopf Experience 2018 – Biwak mit wenig Ausrüstung Heidkopf Experience 2018 – Biwak mit wenig AusrüstungHeidkopf Experience | Winter Bivouac | -6°C Heidkopf Experience | Winter Bivouac | -6°C

Fotos: Sascha und Ricardo

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