Einfach Essen

31.12.2017  |  Was Essen unterwegs mit mir macht…

Unterwegs zu essen hat für mich einen anderen Stellenwert als zu Hause. Habe ich zu viele Nudeln gekocht? In der Stadt kann ich sie vielleicht sogar wegschmeißen. Mengen haben eine andere Bedeutung. Ich habe einen Kühlschrank und Konservendosen. Einen Supermarkt um die Ecke. Vor einer Tour überlege ich oft dreimal, ob ich noch eine Portion Nudeln mehr mitnehme.

Das wenige Essen teilen, weil der andere vielleicht nichts mehr hat? Entkräfteten Menschen etwas von meiner Nahrung abgeben können: „Hier, ein Stück Schokolade, dann geht’s schon…“ Und schon spricht man miteinander. Wasser und Gas rationieren? Wirklichen Durst, wirklichen Hunger spüren? Am Damavand in Iran hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich Durst. Das sind Situationen, die ich in unserer Überflussgesellschaft nicht mehr oft erlebe. Ich genieße diese Momente. Und denke an die vielen Menschen, die früher, heute und in Zukunft hungern und Durst leiden müssen. Es hat auch etwas Beschämendes, dass ich mich zum Spaß diesen Momenten aussetze.

Nach einem sonnendurchfluteten Skitag ein „überteuertes Radler“? Ich habe den ganzen Tag in einer Freizeit-Umgebung verbracht. Lifte, Sonnencreme und Selfservice. Warum muss ich dann soviel für schlechtes Essen bezahlen? Essen auf Hütten ist oft sehr teuer. Wenn es auf die Hütten geflogen werden muss, oder Packtiere tagelang zu entlegenen Orten geführt werden müssen, dann zahle ich diesen Preis, um mir meine Extravaganzen schön zu reden. Aber ich zahle ungern.

Aber wirklich ausgetrocknet einen fast warmen, genau abgemessenen Liter Wasser vom Wirt entgegen nehmen können? Nach zwei Tagen Klettern wieder an einer Hütte anzukommen und etwas Warmes oder Kaltes trinken zu können, eine einfache Suppe essen können. Da zahle ich gerne.

In den Bergen bin ich hungriger. Und dankbarer.

Frisch Gebackenes | Manang, Nepal

Frisch Gebackenes  |  Manang, Nepal

Selbstgemachte Maultaschen mit frischem Käse von der Bäuerin.

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Bester Grillplatz  |  Wupper

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Dinge, die ich sonst nicht esse. Hier gerne und mit Heißhunger.  |  Triglav, Slowenien

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Pudding Auswahl  |  Cusco, Peru

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Fertig-Nudeln. Auf 4000 Metern gar nicht schlecht.  |  Mont Blanc

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Teewasser ohne Deckel dauert lange.  |  Mieminger Kette, Österreich

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Vorspeise  |  Annapurna Circuit, Nepal

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Nahrungsangebot im April  |  Arnsberg, Sauerland

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Getränkekühlung  |  Ouarzazate, Marokko

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Endlich Essen. Endlich Wasser.  |  Damavand, Iran

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Geräucherte, gesalzene Fische.  |  Krigistan

Neujahrskuchen. Auf 4800 Metern im Topf gebacken.  |  Tansania

Steak von alten Rindern. Im Wald. Danke Sascha!

Kaffee hat in den Herkunftsländern der Pflanze eine andere Darreichungsform.

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